Geschichte von Gut Dietersberg

Eisenhammer im Mittelalter

Die Geschichte von Gut Dietersberg begann laut der ersten urkundlichen Erwähnung schon im 14. Jahrhundert als Dietersberger Eisenhammer. Entlang des Bachlaufs der Ascha, auch in Schönsee, nützten die Hammerherren die Wasserkraft zum Antrieb der Hammerwerke. Der Hammer zu Dietersberg, er befand sich am weitesten flussaufwärts, geht wahrscheinlich auf das Ende des 15. Jahrhunderts zurück.

Seit Mitte des 16. Jahrhunderts wird der Dietersberger Hammer immer wieder in den Lehensakten genannt, so 1557, als er dem böhmischen Lehen Reichenstein-Schönsee zugeschlagen werden soll. Listen über den Erzverkauf der Stadt Amberg geben an, dass 1594/1595 bereits ein Schilling Erz bezogen wurde (das sind etwa 17 Tonnen). In den Jahren zwischen 1603 und 1608 stieg diese Fördermenge auf 15 Pfund und 4 Schilling, also mehr als 2000 Tonnen. Im frühen 17. Jahrhundert dürfte der Hammer seine Blütezeit erlebt haben. Erzlieferungen und Urkunden lassen erkennen, dass er in dieser Zeit als eisenerzeugender Schienhammer und später als Waffenhammer betrieben wurde.

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Glasschleife in der Neuzeit

Das Hammerherrengeschlecht der Pleyer ist seit dem ersten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts als Besitzer von Dietersberg nachweisbar. In den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts wiederum verkauften Katharina Pleyer von Dietersberg und ihr Sohn das Hammergut an den südböhmischen Hammermeister Johann Georg Maduschka. In Folge befand sich Dietersberg fast 150 Jahre in der Hand der Familie Maduschka. Johann Georg Maduschka war ein sehr energischer Mann, der sich vielseitig geschäftlich betätigte. Er betrieb die Landwirtschaft auf den ausgedehnten Gründen, eine Mahlmühle in Dietersdorf und einen schwunghaften Getreidehandel, der von Niederbayern bis nach Böhmen reichte. Johann Georg Maduschka richtete das Hammerwerk noch einmal auf.

Doch schon die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts brachten den endgültigen Niedergang des Eisenhammers. In einer Statistik der Eisenhämmer von 1840 ist Dietersberg nicht mehr aufgeführt. Der nunmehrige Besitzer Johann Adam Maduschka suchte 1851 um die Genehmigung einer Glasschleife und eines Polierwerkes nach. In der Folgezeit wurde in drei Gebäuden Spiegelglas geschliffen und poliert. Noch einmal kehrte auf dem Dietersberger Hammer Wohlstand ein mit herrschaftlichem Leben und vornehmen Gästen. Bald nach der Jahrhundertwende vom 19. zum 20 Jahrhundert ging auch die Blütezeit der Glasschleifen zu Ende. Das von Eduard Maduschka 1907 errichtete Elektrizitätswerk versorgte Dietersdorf und Schönsee mit Strom. 1926 wurde das Hammergut Dietersberg versteigert. Der Eisenhammer und die spätere Glasschleife standen unterhalb des südlichen Scheunengiebels. Leider wurde dieses stattliche Bauwerk in der Zeit der Vorbesitzer abgerissen.

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Landwirtschaft in der Moderne

Ersteigert wurde Gut Dietersberg von Josef und Anna Stenger, geb. Weiß, die aus Elsaß-Lothringen kamen. Maria Stenger, die Tochter von Josef und Anna Stenger, blieb nichts anderes übrig, als ihren Beruf als Krankenschwester aufzugeben und Gut Dietersberg zu übernehmen, da der als Hoferbe vorgesehene Bruder Karl Stenger im 2. Weltkrieg gefallen war. Maria Stenger heiratete 1946 den Landwirt Josef Eibauer aus Mitterfels. 1948 kam Hans Eibauer zur Welt. 1975 wurde mit Lucia, geb. Mulzer, aus Amberg, Hochzeit gefeiert. Lucia und Hans Eibauer führen seit 1975 die Hofgeschicke. Die drei erwachsenen Söhne Matthias, Zacharias und Josef kommen, so es Studium und Beruf erlauben, gerne an den Wochenenden nach Hause.

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Idylle im Grünen Heute

In den 80er Jahren wurde der landwirtschaftliche Betrieb extensiviert und auf ökologische Bewirtschaftung umgestellt. Die den Hof umgebenden ca. 20 ha Wiesen werden dreimal im Jahr gemäht, das Gras wird an die Schönseer Biogasanlage zur energetischen Verwertung geliefert. Von dort bekommen wir auch die Wärme zur Beheizung der Gebäude.

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